Rock’n'Roll präsentiert: Deap Vally

«Push me in the pool, boy, I wanna get wet…» 

Kürzlich entdeckt auf DRS3 (danke ans Team des Rock-Special*): Deap Vally. Nie gehört zuvor. Aber der Sound fräst sich sofort in die Hirnwindungen. Da singt ein Girl wie eine Stromgitarre, fingert dabei auf selbiger herum und wird lediglich von einem Drum begleitet. Genauer: einer Drummerin!

Deap Vally ist ein Duo aus dem San Fernando Valley, LA, bestehend aus Lindsey Troy (Gesang und Gitarre) und Julie Edwards (Drums). Sie sagen von sich selbst: «We are valley girls. We sing the Blues. We play Rock’n'Roll. We sweat. We move. We groove. We are Deap Vally.» Sie zelebrieren ein «Bad ass»-Image und dürften im einen oder andern Schlafzimmer für feuchte Träume sorgen mit Aussagen wie dieser: «Push me in the pool, boy, I wanna get wet…»

Julie Edwards und Lindsey Troy: Achtung, Jungs.

 

Beim Strickkurs kennengelernt

Kennengelernt haben sich die beiden Rockgören ziemlich untypisch für eine Rock’n'Roll-Combo an einem Häkel- und Strickkurs. Das ist ja heute wieder ziemlich angesagt. Aber das wäre eine andere Story. Die beiden Frauen, deren Vorbilder «Thelma & Louise» sind, lernen sich also in Julie Edwads Geschäft The Little Knittery in Atwater Village kennen. Sie finden sofort über den Blues zueinander und beginnen, gemeinsam Musik zu machen. Was bei ihnen seit März 2011 aus den Amps klingt und zetert ist ein Sound, der elementarer fast nicht mehr sein kann: roughe Melodien, Rhythmus und Rotz. Und das Ganze bis jetzt ohne grosses Label im Rücken.

Fühlen sich irgendwie gestört: Julie Edwards, Drums, und Lindsey Troy, Stimme/Stromgitarre.

 

Deap Vally irgendwie auch ein bisschen «Pussy Riot»

Auf Youtube bezeichnet ein User das, was Deap Vally produzieren, wie folgt: «Es klingt als würde Juliette Lewis die White Stripes covern.»  Das ist kein Zufall, schliesslich gehören die phänomenalen White Stripes zu ihren musikalischen Inspirationen. Dazu kommen Bands wie Led Zeppelin, Prince, Lady Gaga, Black Sabbath, Rolling Stones, Joan Jett und auch Tina Turner. Auf ein vollständiges Album von Deap Vally muss man sich noch etwas gedulden. Zurzeit gibts nur zwei Songs zum Herunterladen auf iTunes.

Ob die Girls, die irgendwie auch «Pussy Riot» sind,  mit ihrem punkig-dreckigen Rock’n'Roll bald auch mal nach Europa kommen, ist zurzeit nicht klar. Immerhin: Hören kann man sie im Netz. Und da frohlocken die formatradiogequälten Trommelfelle!

 

* Im Rock Special vom Mittwoch, 29.8.12, geht es auf DRS3 um folgendes Thema:

Gitarre-Schlagzeug-Duos und kein Ende


Mit den White Stripes hat es 1999 angefangen. Mit den Black Keys ging es 2002 weiter. Seither scheint diese reduzierte Besetzung mindestens ein Mini-Trend zu sein.

Der neueste Streich kommt von The Bots. Zwei erst 18- und 15-Jährige (!) schwarze Brüder aus Los Angeles (und doch schon drei Jahre im Geschäft). Ebenfalls neu und aus Kalifornien ist das Frauen-Duo Deap Vally. Weiter stellt der Rock Special «The Bloom And The Blight» vor, das neue Album der amerikanischen Two Gallants.

Passend dazu gibt es Tickets für das längst ausverkaufte Jack-White-Konzert am 5. September 2012 in Zürich, dem «Erfinder» der Duo-Besetzung.
Redaktion: Christoph Alispach
Moderation: Matthias Erb

Mittwoch, 29. August 2012, 20.00 – 22.00, DRS 3


Links: 

 

Thelma & Louise: Vorbilder von Deap Vally.

 

Leicht entzündlich und entzündend: Deap Vally aus dem San Fernando Valley.

 

 

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