1. Juni: Der neue Tag der sexuellen Kultur

Wer feiert mit am 1. Juni?

Die Welt ist um einen Feiertag reicher: Tantramassage-Institute, Musiker und Künstler rufen den Tag der Sexuellen Kultur aus. Am 1. Juni 2012 feiert ein buntes Netzwerk den Tag erstmals mit Aktionen in Köln, Berlin und Zürich.

«Genauso wie Essen und Trinken heute nicht mehr nur dem Überleben dienen, sondern zahlreiche Kulturleistungen vereinen, die die Sinne verfeinern und Lebensfreude mehren, so hat die sexuelle Kultur ein ähnliches Potenzial.» Das sagt Lea Söhner, Gründerin des Tantramassage-Instituts Dakini in Stuttgart und Zürich.

Wissen austauschen und öffentlich machen

Auch wenn die Initiative vom deutschen Tantramassage-Verband e.V. ausgeht, soll der Tag kein Marketinggag der Branche werden. «Wir wollen an diesem Tag die Sexuelle Kultur an sich feiern», so Bettina Dornics, erste Vorsitzende des Berufsverbands. «Das Projekt der sexuellen Kultur soll Sexualforscher aller Art, Tantramassage-Praxen und alle weiteren Akteure, die einen Beitrag zur sexuellen Kultur leisten, in Kontakt miteinander bringen. Wir wollen Wissen austauschen und öffentlich vermitteln.»

Die Tantramasseurin Desiree (siehe auch den Drink an der Bar mit ihr) hat sich zum ersten Tag der sexuellen Kultur ebenfalls Gedanken gemacht: «Natürlich ist die mediale, sexuelle Dauerüberreizung ein grosses Thema. Aber ich hoffe, dass die Menschen differenzieren können und sich nicht in eine Schublade pressen lassen, wie sie zu sein haben.» Aber die Gefahr bestehe, dass durch die permanente Übersexualisierung der Gesellschaft, gerade aufgrund einer liberalen Einstellung, alles stumpf und platt werde. Desiree: «Es müsste meiner Meinung nach eine andere Form der Aufklärung von Liebe und Sexualität geben. Eine liebevolle, wissende von Mensch zu Mensch.»

Desiree, gesehen von Mischa Scherrer, anlässlich des Bargesprächs für Bar-Storys.ch.

Sex haben bedeutet nicht, eine Performance abzuliefern

Obwohl alles immer freizügiger werde und man ständig Zugriff auf sämtliche Informationen habe, bleibe es oberflächlich. «Ich kann nur von mir und dem was ich erlebe sprechen», erklärt die Tantramasseurin vom Dakini-Institut, und fährt fort: «Man steht schnell unter einem enormen Druck. Die Gefahr ist gross, dass man sich dabei vom Wesentlichen entfernt. Denn niemand erklärt einem, wie Liebe und Sex funktionieren. Oder dass Sex zu haben nicht bedeutet, eine Performance abzuliefern! Unsere Sexualität verändert sich im Laufe des Lebens ständig, genauso wie unser Körper.»

Sie kenne wenig Menschen, die ihre Sexualität wirklich in allen Facetten frei leben. «Aber die, die ich kennen lernen dufte, haben mich tief beeindruckt. Und bei diesen geht es nicht nur um Sexualität, sondern auch um das Verständnis von Liebe und Freundschaft.»

 

Öffentliche Abendveranstaltung am 1. Juni in Köln

Am 1. Juni dieses Jahres will man die reichhaltige sexuelle Kultur, die es heute schon gibt, erstmals gemeinsam feiern und damit weiter befördern. Geplant sind Aktionen in den Instituten verschiedener Städte sowie eine öffentliche Abendveranstaltung mit Musik, Kunst-Performance und Plenumsdiskussion in Köln.

Der neue Feiertag ist eine öffentliche Einladung: Zukünftig sollen sich weitere Szenen und Milieus anschließen und den Tag zusammen begehen. Wer sich für einen offenen Umgang mit sexuellen Themen engagiert, in der sexuellen Beratung tätig ist oder allgemein für die Einbettung einer freudvollen Sexualität in die Mitte der Gesellschaft eintritt, ist herzlich zum Mitmachen eingeladen. Interesse zeigen bereits verschiedenen Gruppen der Queer-Kultur.

Im Tantramassage-Verband sind Massage-Institute aus Deutschland und der Schweiz organisiert. Der Verband sichert Ausbildungs- und Qualitätsstandards und ist Ansprechpartner für Berufseinsteiger, öffentliche Institutionen und Medien.

(Pressemitteilung/Bar-Storys.ch)


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